BlackBerry Z10 Test: Die ersten zwei Wochen.

Nach meinem iPhone 5 und dem Samsung Galaxy Note 2 wollte ich jetzt mal wieder etwas anderes ausprobieren und habe mich für das Z10 entschieden. Nach nun 2wöchiger Nutzung möchte ich euch hiermit gerne an meinen ersten Erfahrungen teilhaben.

Ich werde dabei die Rezension grob in Überpunkte gruppieren. Damit erhaltet Ihr eine bessere Übersicht und könnt ggfls. Punkte die euch nicht interessieren einfach überspringen.

Die Haptik
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Beim ersten auspacken fällt einem gleich mal auf, dass der Akku wechselbar ist. Hier geht BlackBerry einen eigenen Weg denn die, nennen wir sie mal Konkurrenten verbauen ausschließlich feste Akkus im Gehäuse (Sony Xperia Z, HTC One, iPhone 5). Das hat Vor- wie auch Nachteile. In meinen Augen eher Nachteile aber darauf möchte ich später kommen denn im Großen und Ganzen fühlt sich das Z10 sehr gut an und liegt perfekt in der Hand. Der mit Soft-Touch Lack überzogene Akkudeckel rutscht nicht so schnell aus der Hand wie bei anderen Geräten (iPhone 5 und Note 2) und das gesamte Gerät hat die perfekten Abmessungen. Nicht zu groß (Note 2) und nicht zu klein (iPhone 4/4S). Ich habe das Z10 in schwarz und die Optik aus mattem schwarz ist stimmig wenn auch evtl. etwas bieder. Oben am Gerät befindet sich der Powerschalter. Links daneben befindet sich der 3,5mm Klinkenanschluss. An der linken Seite der microUSB Ladegerätanschluss (kann dadurch auch mit Ladegeräten von fast allen Herstellern außer Apple geladen werden) sowie ein microHDMI Anschluss. Über den microHDMI Anschluss könnt Ihr das Z10 mit einem passendem, nicht mitgeliefertem Kabel an eine Eingangsquelle eurer Wahl (Fernseher, Beamer) anschließen. Das habe ich allerdings nicht getestet. Rechts befinden sich 3 Tasten für die Lautstärke sowie eine Taste für die Sprachwahl (die ich nicht benutze). Unten befindet sich der relativ laute (völlig ausreichende) Lautsprecher. Auf der Rückseite die Kamera mit LED Zusatzlicht.

Wie schon erwähnt ist der Akkudeckel nicht fest in das Gehäuse integriert. Dadurch verliert das Z10 leider etwas der guten Haptik. Im Laufe der Zeit merkt man beim zupacken des Geräts in der rechten Hand, dass sich rechts neben (bzw. unter) den Lautstärketasten scheinbar etwas nachgibt. Beim genauen Hinsehen ist mir aufgefallen, dass die Spaltmaße hier minimal größer sind als bei anderen Stellen. Das trübt etwas den Gesamteindruck kann aber mit einem kleinen Stück Papier das via Tesa eingeklebt wird schnell gelöst werden.

Gesprächsqualität
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Mit einem Smartphone soll man auch telefonieren können. Diese Kategorie – das kann ich jetzt schon sagen – gewinnt das Z10 gegen so gut wie alle Geräte die ich bisher hatte. Die Gesprächsqualität ist im Vergleich mit dem iPhone 5 viel besser. Gegen das Note 2 tut sich das Z10 schon schwerer aber auch hier denke ich, dass ich das Z10 dem Note 2 vorziehen würde.

In den Einstellungen des Gerätes kann aber die Gesprächsqualität noch gepimpt werden. Über die Einstellung „Bass verstärken“ oder „Höhen verstärken“ kann man die Qualität den eigenen Bedürfnissen anpassen. Über die Einstellungen kann man auch bequem weitere Einstellungen seinem Gusto anpassen.

Bei mir war übrigens direkt die Mobilbox Pro von der Telekom installiert. Ähnlich dem iPhone hat man dadurch die Möglichkeit Mailbox Anrufe über eine App abzurufen und muss nicht mehr die Mailbox anrufen.

BlackBerry Link Software
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Die BlackBerry Link Software ist notwendig, um Daten auf das Gerät zu synchronisieren. Wobei ich hier von Multimediadaten wie Bilder, Musik & Dokumente sprechen. Man kann sicherlich auch Kontakt- & Kalenderdaten synchronisieren aber da ich Exchange & Gmail benutze, benötige ich diese Synchro nicht. Daher kann ich hierzu auch keine Meinung abgeben.

Die Multimediadaten werden aber gut synchronisiert. Nur mit der Geschwindigkeit hat es das Programm leider nicht so. Hier kann BlackBerry noch stark nachbessern. Dafür ist es von Anfang an möglich auch über WLAN zu synchronisieren. Dadurch kann das Datenkabel in der Verpackung bleiben. Sehr komfortabel.

Apps
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Ich bin kein Powerapp-User aber hin und wieder vermisse ich bei BlackBerry doch die eine oder andere gute App. Beim sporteln vermisse ich z. B. meine runtastic App vom iPhone und zum Musik hören verwende ich sehr gerne Spotify. Beide Apps gibt es leider noch nicht im App Store. Ich muss aber gestehen, dass ich das von Anfang an wusste und daher darauf eingestellt war. Es stört mich mit Ausnahme dieser 2 Apps nicht. BlackBerry und die App Entwickler arbeiten außerdem daran ständig neue Apps zu veröffentlichen. So wurde letzte Woche Whatsapp gelauncht. Je mehr User BlackBerry hier schlussendlich bekommen wird umso mehr Apps werden von anderen Geräten portiert. Es liegt also auch zu einem gewissen Grad an uns.

Übrigens: Angry Birds Star Wars war bei meinem Z10 kostenlos.

Performance / Display
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Die Performance ist in jedem Bereich absolut ausreichend. Man merkt dem Z10 eigentlich so gut wie nie an, dass „nur“ ein DualCore Prozessor im Hintergrund werkelt. Alle Apps öffnen angenehm schnell und stehen sofort zur Verfügung. Ich vermisse hier also keine Geschwindigkeitsressourcen und wenn hat BlackBerry immer noch Zeit über neue Firmware-Versionen an der Performance Schraube zu drehen.

Das Display wird bei BlackBerry eher unspektakulär präsentiert. Weder sind wahnsinnige Hintergrundbilder installiert noch ist auf dem Bildschirm für ein Hintergrundbild genug Platz. Das passt aber zum Gerät. Mit dem Z10 möchte ich Emails beantworten & verfassen, meinen Kalender überprüfen und auf Facebook-Anfragen antworten nicht aber Hintergrundbilder anschauen. Für die genannten Einsatzzwecke ist das Display perfekt geeignet. Es lässt sich selbst bei Sonnenschein noch gut ablesen und reagiert flüssig und sehr zuverlässig auf Eingaben. Die genutzten Icons für die Apps sind mit viel Akribie ausgewählt und erstellt worden und lassen keine Fragen offen, welchen Sinn & Zweck sich hinter den Symbolen versteckt.

Schreiben
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Texte schreiben auf dem Touchscreen ist eigentlich immer eine Qual und wird von mir soweit wie möglich vermieden. Nicht so beim BlackBerry. Hier macht das schreiben wirklich Spaß da es flüssig und zumindest fast fehlerfrei vonstattengeht. Dabei unterscheidet sich die Schreibweise kaum von anderen Geräten. Man tippt einfach auf den Buchstabe und schreibt so seinen Text. Der Unterschied macht die sehr kluge Schreibsoftware aus die zu 95% immer die richtigen Wörter vorschlägt und schon nach kurzer Zeit weiß, welche Wörter wohl gemeint sind. Aber auch hier bleiben hin und wieder Fehler leider nicht aus. Und diese zu berichtigen ist leider nicht ganz so komfortabel wie bei Android. Aber da ich viel weniger Fehler korrigieren muss verzeihe ich das gerne.

BlackBerry Hub
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Der BlackBerry Hub ist die Eingangszentrale des Z10 und sammelt alle wichtigen Eingänge (Emails, SMS, Whatsapp Nachrichten, Anrufe, Facebook Benachrichtigungen) übersichtlich an einem Ort. In der Standardansicht sieht man alle Nachrichten die eingegangen sind. Da man die Nachrichten nur sieht, wenn das Display an ist hat BlackBerry an der Front des Gerätes (rechts neben der Frontkamera) eine rote LED integriert die regelmäßig blinkt sobald neue Nachrichten eingegangen sind. Mit einem Klick auf die Nachricht kommt man direkt zur Nachricht und kann dadurch ggfls. antworten, weiterleiten, löschen, den Kontakt anzeigen von dem die Nachricht kommt (wenn gespeichert), eine Markierung hinzufügen und vieles mehr. Über den Punkt „Hub“ kann man sich aber auch nur die Eingänge einer speziellen Kategorie anzeigen lassen (z. B. Whatsapp oder Gmail). Auch kann man direkt im Hub suchen um schnell wichtige Nachrichtigen zu finden. Wenn man den Hub nach unten scrollt erscheint ganz oben die nächsten Kalendereinträge der nächsten 24 Std.

Negativ aufgefallen ist mir bisher nur, dass mein gehosteter Exchange Account keine Ordner anzeigen kann. Sprich bei Gmail kann ich die Ordner auswählen, bei denen ich den Inhalt sehen möchte. Bei meinem Exchange Ordner geht das leider nicht. Da ich aber die Exchange Ordner abonnieren kann, so dass Sie mir im Hub angezeigt werden wenn ich neue Nachrichten erhalte stört mich das nicht.

Software / Usability
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Irgendwie das Prunkstück des Z10. Elegant und nicht aufdringlich werkelt sie im Hintergrund. Von der Power die drin steckt bekommt man kaum was mit. Ich will aber gar nicht großartig darauf einsteigen, wie toll die Software ist sondern lieber etwas über die Usability schreiben. Denn die ist anders als bei anderen Geräten auf die völlige Abstinenz von Knöpfen ausgelegt. Man arbeitet nur mit Gesten. Das „wecken“ des Z10 (bzw. des entsperren) erledigt in dem Fall kein Home Button sondern eine Wischgeste von unten nach oben. Dabei bekommt man vom Display ein Feedback in dem man sieht, wie ein imaginärer Nebel gelüftet wird und der Homescreen zum Vorschein kommt. Einstellungen der Apps werden mit einer Wischgeste vom Displayrand oben nach unten aufgerufen. Eine App „schließt“ man in dem man die App von unten nach oben in den Hintergrund wischt. Die App verbleibt dabei im Arbeitsspeicher des Z10 und arbeitet weiter. Ein Thumbnail zeigt dabei eine Abbildung passend zur App an. So benutze ich z. B. eine Akku-App die, wenn Sie im Hintergrund läuft, den Akkustand in Prozentzeichen anzeigt. Der Kalender zeigt die nächsten Termine an, Whatsapp die letzte Konversation, usw. Ich kann hier gar nicht betonen wie praktisch das ist. Mit einem Wisch vom BlackBerry Hub nach rechts (also von rechts nach links) erscheint die Übersicht der offenen Apps und man sieht auf einem Blick alle wichtigen Informationen (bei mir: Akkustand, nächster Termin, Mitteilungen, etc.). Mit einem weiteren Wisch zurück nach links ist man wieder im Hub und sieht alle Emails & Mitteilungen.

Beim ersten Start des Gerätes erklärt ein kurzes Tutorial die Gesten.

Nach zwei Wochen Z10 Nutzung kann ich sagen, dass die Arbeitsweise jetzt schon so in Fleisch & Blut übergegangen ist, dass es eine Freude ist mit dem Gerät zu arbeiten. Ich möchte gar keine Buttons mehr drücken und auf dem iPhone meiner Freundin wische ich immer von unten nach oben um das Gerät zu entsperren… Die Übersicht der geöffneten Apps mit dem dedizierten Thumbnail für die Vorschau ist genial und erleichtert die Arbeit ungemein.

Kamera
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Die Kamera habe ich kaum genutzt daher hier nur ein kurzes Feedback: in meinen Augen ist die Kamera ausreichend. Sie kann sicherlich nicht mit den tollen Kameras von Lumia 920 und HTC One mithalten aber das ist auch nicht der Fokus des Z10.

Akkulaufzeit
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Mein Z10 läuft mit einer Akkuladung fast 48 Std. Das finde ich überdurchschnittlich gut. In den ersten Test habe ich gelesen, dass die Akkulaufzeit nicht gut ist. Das kann ich nicht bestätigen. Im Vergleich zum Note 2 hält der Akku fast 100% länger (1 Tag zu 2 Tage). Allerdings muss ich das Z10 auch nur anschalten, wenn die rote LED bei Eingängen blinkt. Bei den meisten anderen Geräten muss man immer das Display aktivieren um Eingänge zu kontrollieren.

Fazit:
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Das Z10 ist seit langem wieder ein Gerät das ich wirklich richtig gut finde. Es ist kein Aufschneider sondern ein Arbeitsgerät. Während andere Geräte am Anfang gut aussehen und mit zunehmender Nutzung in der Gunst des Nutzers immer weiter sinken ist das beim Z10 genau andersherum. Am Anfang ist man sich noch unsicher und findet den anderen oder anderen Kritikpunkt (fehlende Apps) aber mit zunehmender Nutzung merkt man, wie komfortabel es ist einfach alles schnell im Überblick zu haben und endlich komfortabel auf einer Touchscreen-Tastatur zu schreiben. Des Weiteren ist das Z10 vielleicht nicht sexy aber doch sehr handlich.

Ich freue mich über mein Z10 und bin gespannt, was BlackBerry der kleinen Arbeitsmaschine mit neuen Firmwares noch entlocken kann.

Kaufempfehlung!

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Über technikkiste

Das ist mein Blog... Nun gut. Kein großartige neue Info. Was will ich hier. Spass haben. Und Spass fängt bei mir mit der einen oder anderen Technikspielerei an. Ob ich wirklich nur Technik (inkl. Software) hier eintrage sei aber dahingestellt. Lassen wir uns überraschen :D

Veröffentlicht am 28. März 2013, in Hardware, Telefone. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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